Nintendo Labo – Was soll ich denn mit Pappe? (Review)

Labo 1Nachdem Nintendo Labo damals angekündigt wurde, dachte ich mir sofort, dass das eine Super kreative Idee ist und, dass ich es gerne sofort ausprobieren würde. Nun ist Nintendo Labo endlich draußen und ich werde hier klären, ob Labo denn wirklich so cool ist.20180427_20172620180427_201755

Ich habe mir das Toy Con 1 Modell von Nintendo Labo bestellt, da ich mir dachte, dass es zum einen mehr kreative Vorzüge hat und zum anderen war es auch noch zehn Euro günstiger als das Roboter Modell. Bei Nintendo Labo bekommt man zur Spielekarte gleich noch einen Haufen Pappe dazu. Nicht etwa, weil Nintendo das Zeug nicht woanders los wird. Nein. Die Pappe ist das Videospiel (in gewissen Maßen). Bei Nintendo Labo bastelt man aus verschiedenen Pappbögen mehr oder wenige komplexe Konstrukte zusammen. So kann man z.B. ein Papp Haus, ein Papp Klavier, ein Papp Motorrad, eine Papp Angel und ein Papp Auto basteln. 20180427_20203020180427_20202220180427_201826

Nun denken sich viele Leute vielleicht: „Wieso verkauft Nintendo aufbaubare Gegenstände aus Pappe?“ Jetzt kommt nämlich der Clou an dem Ganzen: Mit Hilfe der Switch wird den Papp Objekten Leben eingehaucht. So kann etwa das Papp Klavier echte Töne spielen und man kann mit der Angel Fische fangen.20180428_09393220180428_112819Labo 3

 

 „Wie?“ fragen sich jetzt einige Leute. Ganz einfach: Über die Joy Cons werden deine Bewegungen an die Switch gesendet und diese oder gleich die Joy Cons erzeugen dann eine Reaktion. Z. B. dreht man an der Kurbel der Angel, an der der Linke Joy Con befestigt ist und dieser bemerkt das und sendet dies an die Konsole, welche dann die Angelschnur auf dem Display weiter herunter oder hoch kurbelt. Es gibt noch viele weitere Tricks, wie z.B. den Infrarot Scanner des rechten Joy Con, der Infrarotes Licht sendet, welches über spezielle Marker Sticker zurück reflektiert wird und von dem Joy Con erkannt wird. Dies wird aber alles (wenn man denn will) noch mal im „Entdecken“ Modus durch Professor von Papp und seinen Mitarbeitern erklärt.

Durch diese vielen kleinen Tricks wirkt es dann so, als würde man wirklich gerade Angeln (jedenfalls fast), da man durch die Papp Apparaturen eine physische Reaktion bekommt. Aber mehr ist an der Pappe auch nicht dran. Sie sorgt bloß dafür, dass es alles etwas Cooler wirkt. Man könnte auch einfach die Joy Cons per Hand drehen und man könnte trotzdem Angeln. Selbst die Mitarbeiter von Prof. Papp sagen in den Videos, dass die Pappe ja eigentlich gar nichts bringt, außer, dass es cooler wirkt. Das ist vermutlich auch der größte Kritikpunkt.

Allerdings fördert das Spiel auch die Kreativität und ich glaube dafür wurde es auch gemacht, denn man kann im sogenannten „Labor“ selbst Spiele „programmieren“. So kann man der Switch sagen: „bei der und der Sache, soll die und die Reaktion kommen“. So kann man z.B. den Labo Racer mit einer Kanone ausstatten, welche einen Laut und eine physische Reaktion von sich gibt, oder aber aus einem Tennisschläger eine Gitarre machen, die auch solche Klänge von sich gibt. Viele Dinge lassen sich damit durch kreative Ideen bauen und das ist denke mal die Haupt Intention des Spiels.

Wie man von den Pappscheiben zum fertigen Klavier oder zur fertigen Angel kommt wird in den „Bauen“ Videos sehr gut erklärt. Man kann das Video durch einen Tastendruck weiter vorlaufen lassen, oder eben wieder zurück. Man kann Zoomen und die Kameraperspektive ändern. Das Bauen hat mir sehr viel Spaß gemacht, wurde aber nach fünf bis sechs Stunden ziemlich anstrengend, weswegen ich beim Bau des letzten Toy Cons etwas die Motivation verlor. Deswegen immer schön Pausen machen!20180427_20324120180427_211011

Vom Spielspaß an sich, hat mir eindeutig das Klavier am meisten Spaß gemacht, da ich dieses Instrument schon immer mochte und man hier (quasi) ein richtiges hat und sogar alle Töne spielen kann (selbst annähernde Gitarren und Geigenklänge etc. mit den richtigen Tricks). Vom Spielgefühl hingegen, hat mir die Angel am meisten Spaß gemacht, da es sich für mich dank der Kurbel und der sich windenden Schnur, sehr realitätsnah angefühlt hat und hier meiner Meinung nach die physische Reaktion am besten war. Ansonsten kann man bei Nintendo Labo nicht wirklich von einem „Spiel“ sprechen, da es sich nur um (interessante) Erfahrungen handelt, es aber auch einen kreativen Entdecker- und Erfindergeist fördert. Ehrlich gesagt habe ich mehr Zeit mit dem Basteln als mit dem Spielen verbracht, da die Toy Cons zwar interessante Dinger sind, allerdings nichts für auf die Dauer. Man kann es sich mal angucken, eins, zwei Runden damit spielen und es dann wieder in die Ecke packen. Nintendo Labo ist nichts für Hardcoregamer, sondern für reine Casualspieler und Leute die es lieben ihre Kreativität zu nutzen um selber Dinge herzustellen. Ansonsten ist die Pappe recht stabil und reißt auch nicht so schnell, wohingegen die vorgestanzten Formen recht einfach aus den Papp Bögen heraus zu bekommen sind. Allerdings ist mit aufgefallen, dass es vor allem beim Klavier nach heftigen Spielen zu Problemen bei der Tastenerkennung kommen kann. Hier musste ich dann etwas kreativ werden und die Tasten wieder richtig biegen. Zur Not kann man solche Sachen denke mal aber auch noch irgendwie mit Klebeband oder sonstigem Reparieren. Ersatzteile gibt es leider keine (außer einen Gummi), aber man kann alle Pappbögen für zehn – zwölf Euro nachbestellen (wurde jedenfalls angekündigt).  

 

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Nintendo Labo ziemlich Unterhaltsam und eine coole Idee ist, es aber vom rein spielerischen Wert her eher einer Art Demo ähnelt. Stärken des Spiels sind vor allem die coolen Erfahrungen bzw. physischen Reaktionen und, dass man selbst neue Erfahrungen programmieren kann. Es war hier eine mehr oder weniger kreative Idee von Nintendo und eine nette Sache, allerdings waren mir die Erfahrungen dann doch etwas zu kurzweilig. Ich hoffe allerdings, dass Nintendo weiter solche „verrückten“ Ideen hat, da daraus immer ziemlich coole Erfahrungen entstehen können.

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