Far Cry 5 Review

Mit Far Cry 5 schickt uns Ubisoft aus der Steinzeit in das idyllische Montana in mitten der USA. Nun gut, vielleicht nicht ganz so idyllisch, denn „Hope County“ wird von einer furchterregenden Sekte, die diejenigen Bestraft, welche sich nicht fügen, regiert. Sie töten, entführen und manipulieren die Gedanken der Einwohner.

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Als Deputy ohne einen Namen oder eine Herkunftsgeschichte streifen wir durch die riesige Open World und zerstören die Sekte und ihre Mitglieder nach und nach. Die Spielwelt hat dabei sehr viele Inhalte und wirkt nie Inhaltslos. Man kann an jeder Ecke etwas Passendes finden. Die Welt ist so unglaublich schön und Detailreich, dass ich teilweiße am liebsten einfach nur durch die Landschaft fahren würde und mir alles angucken würde. Das gleicht auch die meiner Meinung nach schlecht Designten Menschen bzw. NPCs aus, die ohne jede sichtbare Emotion in ihren Gesichtern umherlaufen.

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Der eigene Charakter hat dabei weder eine Geschichte, noch Persönlichkeit, noch eine wirkliche Motivation (außer, dass er alle Sektenmitglieder umbringen will). Dass kann manchmal funktionieren, tut es hier aber nicht. Es ödet einen einfach nur an. Das Sekten Thema finde ich hier sehr interessant, womit Ubisoft mal in eine andere, kritischere Richtung geht. Die musikalische Untermalung in dem Spiel ist meiner Meinung einfach nur klasse und passt Perfekt zu den einzelnen Szenen. Sie sorgt für eine passende Stimmung und gute Atmosphäre. Far Cry 5 bedient sich dieses mal nicht der klassischen Ubisoft Formel (also Türme erklimmen um die einzelnen Gebiete zu erkennen etc.), sondern bedient sich einiger neuer Elemente. Nun gut, vielleicht nicht ganz so neu, denn die Mechanik, der Außenposten erobern, in der Gegend rumlaufen, um mehr und mehr auf der Karte freizuschalten erinnert schon etwas sehr an Ghost Recon: Wildlands. Sehen wir hier also die zweite Version der Ubisoft Formel? Auch neu ist, dass die Spezialisten, die mit Far Cry Primal eingeführt wurden, einen dieses mal im Kampf unterstützen. So markiert der Kampferprobte Hund „Boomer“ etwa Gegner in der Nähe und der Menschenliebende Bär „Cheeseburger“ tötet die Gegner gleich selbst.

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Hier finde ich ganz toll, dass diese Spezialisten auch eine ganz eigene Hintergrundgeschichte erhalten. „Cheeseburger“ zum Beispiel: (kleine Spoiler) Wurde als kleines Bärenjunges in den Tierpark gebracht, nachdem seine Mutter von Wilderern erschossen wurde. Seinen Namen hat er durch seine Vorliebe für Cheeseburger erhalten, diese darf er nun allerdings nicht mehr essen, da er an Diabetes erkrankte. Diese tollen Nebengeschichten faszinieren mich ziemlich. Hier hätten sich die Hauptcharaktere ruhig eine Scheibe abschneiden können. Diese wirken eher plump und ohne wirklichen Charakter. Dies liegt auch daran, dass der eigene Charakter keine Persönlichkeit besitzt und man, während eines Gespräches mit den Lieutenants bzw. Joseph das Gefühl hat, dass diese keinen Wirklichen Dialog mit einem Selbst führen, sondern eine Ansprache vor laufender Kamera halten. Dies sorgt dafür, dass keine Beziehung zwischen den Charakteren entstehen kann. Bei der Boss Gestaltung an sich hat sich Ubisoft auch recht wenig mühe gegeben. Alle drei Lieutenants machen im Grunde dasselbe. Sie manipulieren die Gedanken der Einwohner. Die eine mal mit Drogen, der andere mal mit Konditionierung. Überhaupt finde ich die Idee, wie man den Lieutenants begegnet ziemlich doof. Immer wieder nehmen einen die Gegner gefangen und immer wieder töten einen diese nicht, sondern lassen einen entweder wieder frei, oder ein glücklicher Zufall geschieht und ich werde auf wundersame weiße gerettet. Anscheinend sind die alle viel zu Blöd, mich dann doch einmal umzubringen. Alles sehr unwahrscheinlich. Auch werde ich wie zuletzt in Assassins Creed Origins dazu gezwungen, Nebenmissionen zu machen, bzw. Sektenbesitz zu zerstören, oder Außenposten zu befreien, da ich sonst nicht zum Lieutenant darf und deswegen im Endeffekt nicht zum Endboss. Des weiteren sind in diesem Spiel schon wieder Mikrotransaktionen drinnen. Wieso Ubisoft? Wieso? Ich habe gerade erst 60 Euro für dieses Spiel ausgegeben und nun wollt ihr mir noch mehr Geld aus dem Kreuz leiern? Ich habe langsam auch das Gefühl, dass bei solchen Spielen der Schwierigkeitsgrad so angepasst wird, bzw. manche Waffen so schwer zu beschaffen sind, dass Ubisoft einen nötigt, noch mehr Geld auszugeben. Die Waffenanpassungsmöglichkeiten sind meiner Meinung nach ganz ok, allerdings sind es mir dann doch zu wenige Waffen, die ich freischalten kann. Gegner laufen gefühlt mit den einzigen zwei Waffen herum und eine Vollausgerüstete Waffe ist mehr als übertrieben Teuer (seid gegrüßt Mikrotransaktionen). Dagegen gefallen mir die Fahrzeuge richtig Gut. Von fetten Bewaffneten Trucks, bis mit Bomben und Geschützen bestückten Flugzeugen ist alles dabei.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Far Cry ein sehr hübscher Open World Titel ist, der eine ansprechende Thematik behandelt. Außerdem überzeugen die Nebencharaktere mit interessanten Hintergrundgeschichten. Die Hauptcharaktere sind dagegen Plump und bauen keine Beziehung zur eigenen Spielfigur auf. Mikrotransaktionen und lineares Storytelling Schaden dem ansonst guten Spiel. Ich empfehle jedem, der ein Fan der Far Cry Reihe ist, oder hübsch Designte Welten bevorzugt dieses Spiel. Wer allerdings auf eine Tiefgreifende Story erhofft, der wird hier enttäuscht werden.
Far Cry 5 ist seit dem 27. 3. 2018 für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

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