Jessica Jones Staffel 2 Review

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Lange mussten wir auf eine neue Staffel warten. Nun, nach fast drei Jahren, kommt Jessica mit einer neuen Staffel zurück. In ihrem Lebensstil hat sich nicht viel verändert. Sie kippt sich immer noch mit Alkohol zu und ist ständig mies gelaunt. Verständlich, wenn man ihre Hintergrundgeschichte betrachtet, die in Staffel 2 besser erläutert wird. Allgemein, wird in Staffel 2 Jessicas und teils auch Trishs Vergangenheit besprochen und man erfährt, wieso der Charakter Jessica Jones so ist, wie sie eben ist. Wo wir in Staffel 1 noch in die Röhre gucken mussten und nicht viel über Jessicas leben (vor Killgrave) erfuhren, erhalten wir jetzt viele verschiedene Einblicke, vor allem in die Psyche, der Superheldin, aber auch in ihr früheres Leben. Dies zeigt sich besonders beim Antagonisten. Obwohl? Eigentlich gibt es keinen richtigen Antagonisten, nicht einmal eine wirklich böse Gruppierung wie sie im Bilderbuche steht, gibt es. Das finde ich zum einen extremst innovativ, aber auch öde. Marvel/Netflix fährt zum 1. Mal nicht die Schiene, des großen Oberbösewichtes, der absolute Macht anstrebt und dem Helden/Heldin das Leben schwer macht. Zum 1. Mal versuchen sie wirklich etwas neues und setzten keinen Bucky Barnes oder King Pin oder einen Killgrave ein. Diese Innovation, wird der Serie allerdings auch zum Verhängnis. Wo ich in Staffel 1 noch total gefesselt und überrascht vom coolen, gedankensteuernden, Psychopaten Killgrave war, erzeugt das nicht vorhanden sein eines Gegenspielers eher Langeweile. Die Story zum Quasi Antagonisten fühlt sich eher wie ein Familiendrama an, als eine Superheldengeschichte. Überhaupt ist es für Jessica Jones Staffel 2 schwierig, den hohen Erwartungen gerecht zu werden, die aufgrund der genialen Staffel 1 entstanden sind. Vor allem durch Killgrave, ist die 1. Staffel für mich ein Highlight der Marvel/Netflix Serien geworden. Damit möchte ich nicht sagen, dass der Charakter des Antagonisten Langweilig und öde ist. Nein im Gegenteil. Ich finde seine/ihre Geschichte sehr interessant, vor allem wie sie mit Jessicas zusammenpasst. Allerdings ergibt die ganze Story keine Superheldenserie, sondern eine Superheldengeschichtsstunde. Und diese zieht sich an einigen Stellen über 13 Folgen dann doch etwas. Auch Nebencharaktere wie z.B. Hogart, Trish und Malcom erhalten eine eigene kleine Geschichte, die die Charaktere besser beleuchtet. Leider gibt es auch vergeudete Charaktere, die keine Auftritt bekommen oder aber einfach sterben und ganz gelöscht werden, was ziemlich Schade ist, da man noch viel aus ihnen hätte machen können und sie teils in Staffel 1 schon zu kurz gekommen sind. Andere neu eingebaute Nebencharaktere sind komplett langweilig und intressieren mich nicht die Bohne. Jessica Jones war schon ganz am Anfang eine Serie, die verstärkt auf Frauen gesetzt hat. Dies wird in Staffel 2 weitet ausgebaut, was dazu führt, dass es außer Malcolm im Grunde nur Weibliche Charaktere gibt. Ob das nun die richtige Richtung in Sachen Sexismus etc. ist, weiß ich nicht, aber es ist auf jeden Fall der erste Schritt.

Im Grunde lässt sich sagen: Jessica Jones macht in Staffel 2 einiges richtig, aber auch vieles Falsch. Hauptcharaktere werden besser beleuchtet und man kann sie besser verstehen, dafür kommen allerdings Nebencharaktere viel zu kurz oder werden ganz gelöscht. Keinen Antagonisten zu haben ist auf jeden Fall Innovativ, aber vielleicht nicht der richtige Weg in einer Superheldenserie, wo wir wieder 1-2 Jahre warten müssen, bis wir eine 3. Staffel bekommen. Meiner Meinung nach ist die 2. Staffel ähnlich gut wie die 1. Die 1. Staffel hatte zwar einen sehr interessanten Antagonisten, allerdings macht es die 2. Staffel in Sachen Charakter Hintergründe (vor allem bei Jessica) besser. Ich kann jedem der die Marvel Serien mag die 2. Staffel empfehlen. Vor allem für Leute, die mehr Weibliche Hauptcharaktere sehen möchten ist Jessica Jones und vor allem die 2. Staffel ein muss.

Staffel 2 von Jessica Jones ist seit dem 8. 3. 2018 auf Netflix verfügbar.

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2 Kommentare

  1. Hey, danke dass du meinen Blog folgst, somit habe ich mir mal direkt deinen angeguckt.
    Ich habe tatsächlich auch die zweite Staffel von Jessica Jones geschaut und war ziemlich begeistert und muss zugeben, dass ich nicht ganz deiner Meinung bin. Ich kann verstehen, woher du kommst und bin auch zum Teil deiner Meinung, jedoch fand ich, das der Antagonisten-Teil dieser Serie auch hier wieder so brillant gelöst wurde wie in der ersten Staffel. Natürlich möchte ich nicht Spoilern, aber ich finde, dass der Antagonist gar nicht so klar definiert wurde. Es gibt in der zweiten Staffel viele Antagonisten, die sich zum Ende hin immer mehr Kristallisieren, obwohl man eigentlich nicht möchte das diese Charaktere „böse“ werden. Was auch immer „böse“ in Jessica Jones Universum heißt.

    Gefällt 1 Person

    • Ja natürlich, ich habe hier halt bloß etwas kritisiert, dass es nicht diesen absolut bösen Antagonisten, wie z.B. einen Darkseid oder einen Ultron gibt, der die ganze Zeit nur schlechtes im Sinne hat und den Protagonisten mit seiner Handlungsweise absichtlich schaden möchte.

      Gefällt 2 Personen

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